Fischkette in der Frankfurter Rundschau

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Fischkette in der Frankfurter Rundschau

Ich habe Ihnen einen Fummel mitgebracht

 Von Manuel Almeida Vergara

Ein kleiner Fisch, der Sushi-Fans bekannt vorkommen dürfte. Ja, aus diesem Plastikschuppentier wird sonst Sojasoße auf Algenröllchen geträufelt. Gefüllt mit Schmuckperlen am Bändchen baumelnd wird der Gebrauchsgegenstand zum Accessoire. Die Idee hatten Matthias Gruner und Leonid Sladkevich für ihr Label Leonid Matthias. Es ist schon eine kleine Schande: Den 72. Fummel bringe ich Ihnen heute mit – und es ist der erste von einer Frankfurter Marke. Ausgerechnet in der Frankfurter Rundschau! Dafür steht der Fischchen-Fummel für ein besonders schönes Thema: Mode, die Witz hat.
Grimmig dreinschauende Models, verkopfte Kollektionen – manchmal scheint’s ja so, als sei in Modeagenturen und Designstudios niemandem zum Lachen zumute. Eine Ausnahme war Franco Moschino. Für seine 1983 gegründete Marke Moschino präsentierte er Mäntel aus Kuscheltieren und Fragezeichen als Logo-Embleme; noch heute entwirft Chefdesigner Jeremy Scott Sponge-Bob-Designs und McDonald’s-Kollektionen für das italienische Label. Auch Karl Lagerfeld beweist für Chanel immer mal wieder Humor. 2010 schickte er Yeti-Looks und 2014 Luxustaschen in Eierkartonform über den Laufsteg.
„Ich fand es unglaublich, dass man für Soße ein so charmantes und schönes Objekt macht, das dann bloß im Müll landet“, sagt Leonid Sladkevich. „Ich wollte einem Gegenstand ein zweites Leben schenken.“ Ähnlich wie bei Moschino und Chanel funktioniert auch der Fisch-Fummel über den unerwarteten Moment.
Bei Leonid Matthias gibt’s auch noch andere geistreiche Produkte: „Origami-Röcke“ sind in japanischer Falttechnik gelegt, Schals mit klassischen Revers verkauft das Label als „Kragenschals“. Besonders gut kommen aber die Fische an: „Unser Markenzeichen und Bestseller seit der Labelgründung vor zehn Jahren“, so Matthias Gruner. Und Sladkevich fällt noch eine Anekdote ein: „Wir hatten eine Kundin, die meinte, sie würde so was nie anziehen. Also hat sie den Fisch für ihre Kollegin gekauft.“ In der Kantine wurde diese Kollegin von einem männlichen Mitarbeiter auf die Kette angesprochen – mittlerweile sind die beiden verheiratet. „Da kam die Kundin zurück in unseren Laden und kaufte eine für sich“, erzählt Sladkevich. Mit Humor fängt man eben immer noch die dicksten Fische – im Modeladen und in der Kantine.

Von |2018-03-02T16:31:35+00:00März 2nd, 2018|Allgemein, Pressespiegel|0 Kommentare

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