Welt kompakt, Oktober 2010

Mai 17, 2019 2 Minuten Lesezeit

Welt kompakt, Oktober 2010

Modemekka Brückenstrasse"

Auch für das Modelabel ‚leonid matthias‘ ist das aufstrebende Brückenstraßen-Viertel der place to be: „Für uns war von Anfang an klar, dieses Viertel entspricht genau unseren Ideen. Die Atmosphäre hier ist etwas Besonderes und ist in Frankfurt wirklich einzigartig“, sagen die Namensgeber. Das vielseitige Label mit dem schlichten Namen ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und wurde im Januar vom „Journal Frankfurt“ zu einer der besten Fashion-Adressen Frankfurts gekürt. Die Grenzen zwischen Ästhetik und Zweckmäßigkeit, Eleganz und Alltag, Haute Couture und Street Wear sind bei den beiden jungen Designern fließend und ohne Widerspruch. Alles ist selbst entworfen und geschneidert; jede Kreation ist ein Unikat und in seiner Entstehung einzigartig. „Bei uns hat die Mode eine Seele. Hinter jedem Teil steckt eine Geschichte, eine Philosophie. Wir und die Kunden haben einen persönlichen Bezug zu ihr“, so das junge Duo. Die Besonderheit ihrer Mode ist die Vielseitigkeit, denn es gibt fast kein Material und kein Objekt, das nicht in Mode verwandelt wird. Bereits als Kind fing Leonid in seiner russischen Heimat mit dem Schneidern und Träumen der eigenen Kollektion an. Dabei kam bei ihm alles unter die Nähmaschine, was er in seinem Umfeld finden konnte: Kunstleder, Plastik, alte Schuhe, Regenschirme und Verpackungen. Leonid ging und geht es um das Material an sich und nicht um dessen ursprünglichen Verwendungszweck: „Man kann nur dann ein guter Designer sein, wenn man selber schneidert. Man muss direkt am Material sein“. Mit 18 Jahren kam er dann nach Deutschland um sich vollends seiner großen Leidenschaft zu widmen. Über eine Freundin lernte er zufällig Matthias kennen und stellte fest, dass sie in ihrer Vorstellung von Mode perfekt zusammen passen und sich gegenseitig ergänzen. 2008 eröffneten die beiden schließlich ihr Fashion-Label im Hinterhof der Wallstraße und im letzten Mai erfolgte der Umzug in eine schicke Boutique an der Walther-Kolb-Straße. Der einstige Laden dient nun als Stofflager, während in dem neuen Domizil die avantgardistischen Kreationen designt und verkauft werden. Ähnlich wie beim „Live Cooking“ werden die Kollektionen direkt und für alle sichtbar hinter der Theke entworfen und geschneidert. Und das für jeden Anlass und für jeden Geldbeutel. „Die Mode soll demokratisch sein. An ihr und ihrer Entstehung, nicht an ihrem Preis, soll partizipiert werden“, finden Leonid und Matthias. Mode ist für sie ein Freiraum für Individualität im Do-it-yourself-Gewand – Vivian Westwood hätte ihre Freude an ihnen. von Timm Kroner


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