Frizz, März 2011

Mai 17, 2019 2 Minuten Lesezeit

Frizz, März 2011

"Das Brückenstrassen-Viertel Mekka für Individualisten"

in Ladengeschäft reiht sich an das andere, Jungdesigner neben alteingesessenem Antiquariat, Sprayershop neben Geschäften, die es schon seit 70 Jahren und länger gibt. Das ßrückenstraßen-Viertel erlebt ein Revival und zählt mehr und mehr zu den Shoppingarealen Frankfurts. Manch einer fühlt sich ein wenig auf den Prenzlauer Berg nach Berlin versetzt. Das Gebiet – dazu gehören neben der Brückenstraße auch die Wall-, Schul-, Schiffer- und die Walter-Kolb-Straße – emanzipiert sich und wird zum Einkaufsmagneten für Individualisten und solche, die schlicht neugierig auf Neues sind.
Schon vor dem Krieg zählte die Gegend zu einer der Einkaufsecken der Stadt. Nachdem aber die Verkehrswege geändert wurden, stieg in Sachsenhausen die Schweizerstraße empor, die Brückenstraße verlor an Bedeutung. Auch weil die Gegend durch die Nähe zu Altsachsenhausen mit seinen Touri-Kneipen, die allabendlich nicht wenige Schwerstbetrunkene entlassen, nicht gerade den Ruf eines Place-to-go hatte. Schade eigentlich, schaut man sich die schönen Gassen und Fachwerkhäuser an.
2003 schließlich übernahm der Designershop „Lieblingsstücke“ ein Ladengeschäft in der Brückenstraße und zog mit skandinavischem Stil schnell Kundschaft an. Es folgten „ichwareindirndl“ und dann „Freud“. Der Erfolg hielt an. Immer weitere dem Design verschriebene Kreative wie z.B. ‚leonld matthias‘, „Freiraum“ oder „designe, kleine!“ folgten, der Kiez wurde bald auch als Jungdesigner-Viertel bekannt. Hier findet man Fashion, die dem Träger einen ganz individuellen Look verpasstt. Aber es gibt auch Schmuck und Accessoires („Kronjuwelen“) zu entdecken, liebevoll ausgesuchte Einzelteile, die man in Frankfurt wohl nur hier findet („Colekt“), und vieles mehr. Man müsse nun nicht mehr auf die Goethestraße, um einen individuellen Look zu finden, so eine Kundin. Moderne neben Tradition: Seit 70 Jahren ist die Bäckerei Hanss hier ansässig (unbedingt das Brot probieren), viele Jahre auch die Kriminalbuchhandlung „Wendeltreppe“, die „Bar Oppenheimer“, das Wein-Bistrot „Lobster“ oder der Plattenladen „Number two“.
Witzige Mode, Musikunikate, schöne Cafes, hippe Bars, Ateliers, ein ganz besonderes Sortiment an Artikeln zur Inneneinrichtung – das Areal um die Brückenstraße ist ein Viertel, in dem sich problemlos ein ganzer Tag zubringen lässt. Und auch eine Nacht, nämlich dann, wenn am 2. April zum Mitternachtsshopping geladen wird und man bis 24 Uhr das Angebot erkunden kann. im Sommer darfman sich auch wieder auf das beliebte ßrücken-Wallstraßenfest freuen. Die Modemesse Stilblüten, die von Stella Friedrichs ins Leben gerufen wurde und von ihr sowie Eiena Zenero Hock und Johannes Hock („Freud“) organisiert wird, ist nach langen Jahren in Sachsenhausen der größeren Räumlichkeiten wegen mittlerweile in die Innenstadt umgezogen. Das Briickenstraßen Viertel: Eine Ecke Frankfurts mit Läden, die einen ganz besonderen Charme versprühen und mit immer Neuem zu begeistern verstehen. Ein Grund auch für Leute, die mit Sachsenhausen wenig am Hut haben, den Main zu überqueren. Unbedingt empfehlenswert! von Heidi Zehentner


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